Kinder- und Jugendtheater Metzenthin: Wenn die Post durch die Luft wirbelt
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Wenn die Post durch die Luft wirbelt

(Tages-Anzeiger, 21. Mai 2008)


Am kommenden Wochenende zeigen 23 junge Artistinnen und Artisten in Effretikon ein Variété aus Akrobatik, Artistik und Zauberei.
Von Fabienne Riklin


Effretikon. - Hauptprobe: Noch klappen nicht alle Übergänge, noch sind Einzelne nicht im Takt, und noch sind Füsse und Beine nicht ganz gestreckt. Es ist Sonntag, und 23 Schülerinnen und Schüler des Kinder- und Jugendtheaters Metzenthin aus Zürich in der Effretiker Turnhalle Watt proben das Stück «Die Post bringts». Es herrscht freudige Spannung. Turnmatten werden zu einem ganzen Mattenteppich ausgelegt, Vorhänge gespannt und Musiktests gemacht. Dann proben die Artisten die zehn Nummern und die jeweiligen Übergänge, damit an den Aufführungen am kommenden Samstag und Sonntag jede Bewegung sitzt.


An die Hand genommen haben das Projekt zwei ehemalige Schülerinnen des Kinder- und Jugendtheaters, Esther Lüem und Corina Berli sowie Jamil Tafazzolian. Noch vor wenigen Jahren besuchten die beiden Frauen wöchentlich Akrobatik-, Theater- und Zirkuskurse. Heute unterrichten sie Akrobatik und studieren mit den Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 22 Jahren das Variété «Die Post bringts» ein. Sie wirken in einer Nummer sogar selbst mit.

Den beiden war es ein Anliegen, dass sie den Jugendlichen nicht vorgefertigte Nummern vorlegten, sondern dass sie die Aufführung gemeinsam mit ihnen erarbeiteten. Ein paar Schülerinnen wirken das letzte Mal an einem Projekt des Kinder- und Jugendtheaters Metzenthin mit. «Über Jahre haben sie die wöchentlichen Kurse besucht und machten bei vielen Aufführungen mit», sagt Ester Lüem, die hauptberuflich als Primarlehrerin in Illnau arbeitet. Die Schülerinnen hätten dadurch schon viele Choreografien einstudiert und wären so heute in der Lage, selbst eine Nummer passend zur Musik auszuarbeiten.
Von den insgesamt zehn Nummern sind vier in völliger Eigenregie der Schülerinnen entstanden. Auf die Frage, was denn die Schwierigkeit der Selbstregie gewesen sei, antwortete eine Schülerin: «Beim Proben hatten wir keine Ahnung, wie die Bewegungen wirkten. Daher filmten wir unsere Nummer zwei, drei Mal und werteten danach das Video aus.»
«Die Post bringts» zeigt einen etwas aussergewöhnlichen Tag auf einer Poststelle. Geführt wird diese von einem zaubernden Vorgesetzten und seinen drei flapsigen Mitarbeitern. Sie sind es dann auch, die mit frechen Sprüchen und Zaubertricks zu den Nummern überleiten. Erarbeitet haben die vier Jungs die humoristischen Einlagen mit Jamil Tafazzolian, der am Kinder- und Jugendtheater Metzenthin Zauberei unterrichtet.
Seien es Pakete, aus denen eigenartige Gegenstände herausfallen, oder solche, die in ferne Länder verschickt werden, eine ungeduldige wartende Schlange von Kunden vor dem Postschalter oder ein Überfall: Diese Poststelle ist einzigartig und entführt die Zuschauer sogar in Märchenwelten mit tanzenden Puppen. Einen technischen und einen artistischen Programmdurchlauf wird es noch geben, bevor es dann am Samstagabend heisst «Die Post bringts».

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