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Meister Mauz

(NZZ, 20. Dezember 2006)

Metzenthins «Gestiefelter Kater»

rib. Ein Kater ist das Einzige, was der alte Müller seinem Sohn Michi mitgibt auf den Lebensweg. Und obschon einer von Michis Brüdern die väterliche Mühle und der andere immerhin einen störrischen Esel erbt, nimmt der rechtschaffene Bursche sein Schicksal klaglos an. Bald zeigt sich, dass er mit seinem Erbteil mehr bekommen hat als die Brüder. Denn Meister Mauz kann sprechen und führt seinen Schützling mit katerschlauen Schlichen ins Glück: Michi bekommt das Schloss des Zauberers und heiratet am Ende Prinzessin Luisa- Lucie, genannt Lulu. «Der gestiefelte Kater» ist ein eigenwilliges, wunderbar verspieltes Märchen, und genauso bringt das Kinder- und Jugendtheater Metzenthin den Klassiker von Charles Perrault auf die Bühne: als augenzwinkernde Parabel auf eine Gesellschaft, die sich nur zu gern von vorgespiegeltem Reichtum blenden lässt und den einfachen Müllersburschen, ohne es zu merken, gleich selbst zum reichen Grafen macht.

Rund 150 Kinder im Alter zwischen vier und vierzehn Jahren spielen in der Aula Rämibühl in Zürich in zwei Besetzungen die Geschichte von Michis Weg ins Glück. Stimmungsvolle Bühnenbilder, farbenprächtige Kostüme, Akrobatik- und Tanzeinlagen prägen die Szenerien, wie man das von den Produktionen des Theaters Metzenthin gewohnt ist. Unter der Regie von Sibyll Metzenthin, Denise Bisang und Sara Dorigo sind die Kleinen, die ganz Kleinen und die Grösseren mit Feuereifer bei der Sache, und da und dort sind sie mit erstaunlicher Sicherheit am Werk. Ob als Mägde, Pferde, Rebhühner, Hasen, Sommervögel, Kornähren, Zaubertiere, Stadtdamen, Diener, Zofen oder tollpatschige Musiker des königlichen Orchesters: Die kleinen Schauspieler und Akrobatinnen spielen Michis Weg vom Müllerssohn zum Prinzen mit Schalk, aber so, dass man die Moral von der Geschicht nicht ganz vergisst.

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