Kinder- und Jugendtheater Metzenthin: Die Suche nach den 7 Raben
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Die Suche nach den 7 Raben

(NZZ, 15. Dezember 2009)

Das Kindertheater Metzenthin spielt Grimms Märchenklassiker

Hätte der Pfarrer nur das Weihwasser für Elisas Taufe nicht vergessen! Dann hätten sich Elisas sieben Brüder nicht darüber gestritten, wer von ihnen das Wasser aus dem Brunnen schöpfen darf. Der Wasserkrug wäre nicht in den Brunnen gefallen, und vor allem hätte der Vater den verhängnisvollen Wunsch nicht ausgesprochen: dass seine Söhne zu Raben werden mögen. So aber lastet ein Fluch auf der unglücklichen Familie.

Sieben Jahre nach dem schicksalhaften Ereignis kommt Elisa hinter das von den Eltern gut gehütete Geheimnis, und sie beschliesst, sich auf die Suche nach den Brüdern zu machen. Die 5- bis 14-jährigen Darstellerinnen und Darsteller des Kinder- und Jugendtheaters Metzenthin in Zürich spielen die Suche der kleinen Elisa nach den sieben Raben in der Aula Rämibühl äusserst lebendig und engagiert und mit jener Freude an der Sache, welche die Metzenthinschen Aufführungen sei je auszeichnet.

Schweinehirt und Mond

Natürlich bekommt Elisa, die sich, nur mit einem Nachthemd bekleidet, nachts aus dem Haus schleicht, von verschiedenen Seiten Hilfe: Das Geissenmädchen hat Mitleid und schenkt ihr seine Schürze und seine Jacke, der Schweinehirt gibt ihr seine Zauberflöte, und sogar der Mond lässt sich erweichen und überlässt Elisa den Schlüssel zum Glasberg, in dem die Brüder bei einem Zwerg zu Gast sind. Mit diesen Gaben ausgestattet, erreicht Elisa schliesslich ihr Ziel, auch wenn sie manchmal fast verzweifelt dabei. Denn ihre Reise führt sie bis in den Himmel, zur Sonne, zum Mond und zu den Sternen. Sie besucht Blumen und Wolkenschafe, muss sich gegen Sturmwinde und Kobolde behaupten und befreit ganz nebenher eine Gruppe Vögel aus der Gefangenschaft bei einer Vogelfrau und deren wilder Katze. Doch Elisa verfolgt ihr Ziel beharrlich und führt die Familie schliesslich wieder zusammen.

Spannend und vergnüglich

Unter der Leitung von Sibyll Metzenthin und Corinne Roos ist eine spannende und vergnügliche Inszenierung von Grimms Märchenklassiker entstanden. Man wird zwar in Atem gehalten, hat aber auch immer wieder etwas zu lachen. Die rund 160 Kinder, die in zwei Gruppen auftreten, spielen und tanzen als Blumen, Akrobaten und Sterne, als Vögel, Sonnenstrahlen oder Affen mit oft erstaunlicher Sicherheit. Und die liebevoll gestalteten Dekorationen und die stimmungsvollen Bühnenbilder von Ursula Frick-Koch tragen das Ihre bei zum Gelingen einer Aufführung, die Kinder und Erwachsene ins Land der Märchen entführt.

Thomas Ribi

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